„Alles hat seine Zeit... weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; geboren werden hat seine Zeit und sterben hat seine Zeit.“ – Buch Kohelet 3,1ff.
Nach diesem Zitat hat sich die die Band Kohelet3 rund ums Ehepaar Hanushevsky gegründet. Ewa und Bohdan Hanushevsky – sie slowenischer, er US-ukrainischer Abstammung – sowie Kurt Edlmair spielen sich als Kohelet3 querfeldein durch Ost- und Südosteuropa.
Ihr jiddisches Repertoire stellt sozusagen den Kitt dar zwischen den vielen ethnischen Stilen, die Kohelet3 mit erfrischender Spontaneität und entwaffnender Direktheit zum Klingen bringen. Kohelet3 ist eine Liveband im ursprünglichsten Sinne des Wortes, mit epidemischer Spiel- und Lebensfreude umschifft sie alle Möglichkeiten, in der sich „ethnische Musik“ bislang feilbot: folkloristischer Kulturschutz, überarrangierte World-Music-Experimente, naive „Hausmusik“ etc. und bietet sich dem stets begeisterten Publikum als beinahe vergessene Möglichkeit an, bei der sich Schlichtheit des Liedes & Fulminanz der Performance anmutig ergänzen.
Der nie erlöschende Lavakern von Kohelet3 ist das Leading-Couple Hanushevsky. Bohdans feine hohe Stimme eignet sich bestens für ukrainische Lieder, während Ewas rauchige, tiefere Stimme sich besser ans jiddische u. südosteuropäische Repertoire anschmiegt. Kurt Edlmair, Klarinettist und Gründungsmitglied der Band, weiß um die spielerischen Subtilitäten osteuropäischer Musik, hat er doch ua bei Giora Feidman studiert.
Im Repertoire wartet Kohelet3 (was übertragen "Prediger" oder "Lehrer" bedeutet) mit jiddischen Liedern, Musik aus Georgien, Mazedonien, Ukraine und der Roma genauso auf wie mit Musik aus dem Innviertel und Salzkammergut. Themen sind der ewig kreisende Kosmos, das Gleichzeitige, die Vergänglichkeit der Menschen. Sprache, Sinne und Gedächtnis. Existenzphilosophie.
Kohelet3 interagiert ungemein swingend und interpretiert Altes wie Eigenes frisch, fröhlich, spontan ohne wissenschaftlichem Phlegma oder akademischer Sterilität, vielmehr mit lang gezogenen Tönen und Schleunigern, mal jazzig, mal folkig, immer mit vehementer Leidenschaft. Freuen Sie sich auf einen beschwingten Abend!
Hinweis:
Freier Eintritt für Teilnehmer*innen des Seminars 'Tanzen & Singen'.